Trostlos stapeln sich die Bücher auf meinem Tisch. Eigentlich hätte ich so viel zu lernen, andererseits weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll.

Für die Zwischenprüfung lese ich nur einige meiner Notizen durch und unsre “Bibel”, wie ich sie immer gern nenne, obwohl ich all das Wissen, das andre sich in 2,5 – 3 Jahre aneignen ich nicht in 1,5 Jahren wissen kann.
Gut, man weiß mal mehr, mal weniger. Alles kann man so oder so nie wissen.
Dennoch werde ich schon wuschig gemacht. “Und? Hast du schon gelernt?”
Erwidert man, man hätte noch nicht wirklich damit angefangen, wird man angeblickt, als hätte man gerade von seinem ersten Mal erzählt. Leicht irritiert, leicht angewidert und mit einem Hauch von “Du hast NICHT GELERNT?! Spinnst du?!”
Geantwortet wird dann meist aber doch mit einem “Ja, ich auch nicht, aber so ein wenig gelesen habe ich schon. Aber die xy macht ja ÜBERHAUPT nichts!” Dabei hängt besagte Aura von vorhin wieder in der Luft…

Gut, man möge es hinnehmen, aber dieses Jahr stehen noch Arbeiten auf dem Plan, die wirklich zählen.
Beispielsweise die überaus herausfordernde Aufgabe einen Deutschaufsatz zu schreiben über die psychosozial Komponente in Deutschland und was Biene Maja, Galileo Galilei und Walter Faber damit zu tun haben.
Oder Englisch, wie ich am Besten in englischer Sprache mitteile, dass ich eine Meinung habe und deswegen Stuttgart 21 für totalen Unfug halte, es nicht mal richtig begründen kann warum eigentlich. Schließlich sind meine einzigen Argumente derzeit “4 Milliarden Euro”, “Fassadenrisse an Gebäuden”, “Stuttgart ist keine Weltstadt und hat eh keine Identität” und “Haben die nix besseres zu Kacken?”
Letzteres kommt immer dann, wenn mir wirklich kein guter Grund mehr einfällt.

Bis es soweit ist und die Prüfungen stattfinden habe ich zwar noch gute drei Monate, dennoch weiß ich nicht mit was ich am Besten beginnen soll. Schließlich habe ich keine Lust mit einer 3,x abzuschließen – wer hat das schon? Und Deutsch wird ein harter Brocken… Bin kein guter Argumentationstyp und meine Rechtschreibung in Aufsätzen könnte gut in die 10. Klasselehrbücher aufgenommen werden unter der Rubrik “So nicht, liebe Kinder!”