Archiv für Januar 2010

Jürgen??

Seit über einem Jahr habe ich eine “neue” Handynummer. Neu deswegen in Anführungszeichen, weil ein Jahr schon wieder total alt ist in heutiger Zeit.

Ok, das ist aber nicht das Problem, das ich damit habe.
Denn seit ich die Nummer habe, rufen mich ab und an Männer an, die einen Jürgen sprechen wollen.

Deswegen wurde ich auch heute mittag wieder aus meinem Schlaf gerissen, als mein Handy aufgeregt vibrierte und mir einen eingehenden Anruf signalisierte.
Ich hatte die leise Hoffnung, dass es der Typ wäre, dessen Handynummer ich verloren habe, aber ich sollte eines besseren belehrt werden.

Eine mehr oder minder attraktive Männerstimme war am Handy, der ich verschlafen ein “Ja…?”, entgegenbrachte.
“Hi! Hier is der xy! Wir kennen uns ja noch gar nicht!”
“Eh… nee, kann gut sein…”
“Also ich bin der xy…”
“Weiß ich jetzt auch…”
“… und du?”
“Anja, aber was…”
“Nett! Kann ich ‘n Jürgen sprechen?”
“Jürgen?”
“Ja, Jürgen!”
“Ich kenn’ keinen Jürgen… moment… also… ich kenne den Jürgen nicht, den Sie wollen.”
“Wie jetzt?”
Dann begann ich mein Leid dem armen Mann aufzuschwatzen. Irgendwie weiß ich im Halbschlaf nie was ich rede, aber ich laberte dem Mann ein paar Minuten das Ohr ab. Dass, seit ich die Handynummer habe, irgendwelche Leute mich anrufen würden und einen Jürgen möchten, aber ich keine Ahnung habe, wen die wollen und dass das nicht sein könne und dass das langsam aber sicher nerven würde.
“Seltsam…”, äußerte der Mann am Handy. “Jürgen hat mich gestern mit der Nummer angerufen.”
“Bitte?”
“Ja, er hat mich gestern angerufen unter der Nummer.”
“Das ist seltsam… ich hab die Nummer seit mehr als einem Jahr, der kann die Nummer gar nicht mehr haben!”
“Doch, ich bin mir ziemlich sicher…”
Schließlich verabschiedete sich der Mann, wünschte mir ein schönes Wochenende und entschuldigte sich für die Störung.

Jetzt kann ich den Handyanbieter meines Vertrauens anhauen, ob das sein könne. Aber irgendwie, wenn ich es logisch durchdenke, geht das doch überhaupt nicht.

Seltsame Sache. Wirklich seltsam…

Was machst du gerade?

Das ist die häufigste Frage die ich E. im Fratzenbuch stelle und raus kam dabei immer “‘n dumms Gsicht”.

Deswegen widme ich diesen Beitrag E., die künftig dann weiß, wie sie ihr dummes Gesicht zu machen hat ;)

Und nun wird überlegt, was an einem Samstag wie diesem gemacht werden kann! Yay…

Besser zu spät als zu früh?

Diese Woche meint es die Deutsche Bahn (insbesondere die SSB) doch recht gut mit mir.
Meine S-Bahn, die morgens eigentlich just in time kam (also ich hatte nie eine längere Wartezeit als 5 Minuten – außer mein anderer Zug meinte, er müsse Oberleitungen killen) ist plötzlich mit einer täglichen Verspätung von beinah 10 Minuten gepriesen.

Jetzt werdet ihr euch sicher denken “Wegen 10 Minuten pisst die sich ins Hemd?!”
1. Nein, ich trage keine Hemden
2. Was mich aufregt ist die Tatsache, dass der Zug praktisch wegfällt und der nächste fährt. Und kein Dümpel der Deutschen Bahn AG / SSB-Motivationssprechern fühlt sich dazu berufen eine Durchsage zu machen alá “Liebe Fahrgäste, Sie können sich noch ‘nen Kaffee holen. Die Sx zur Bauchnabelshow fährt später. Übrigens, wer hat sein Pony auf meinen Parkplatz abgestellt?”

Zuerst dachte ich ja, ich wäre diejenige die zu spät kommt, allerdings war ich diejenige, die jeden sonnebeschienen und straßengeräumten Tag zu früh kam! (Anm. an dieser Stelle: Bitte keine zweideutigen Kommentare über das Zu-Früh-Kommen) Aber ich habe Anhaltspunkte. Wenn ich sehe, dass der Mann mit dem Blindenstock beispielsweise noch da steht, dann war der Zug noch nicht da. Ist dieser nicht da (man weiß ja nie, ob Menschen mal Urlaub haben oder gar einer Krankheit es zu verdanken haben nicht aus dem Haus zu müssen) habe ich ja noch immer den Kerl aus Vaihingen, der einsteigt.
Ist keiner von beiden anzutreffen, war mein Zug wohl doch zu spät.
Diese Woche stimmte bisher alles. Der Blinde und der Kerl waren an Ort und Stelle!

Schuldzuweisung erhält ja derzeit gerne die Wettersituation, die man aber schon seit Anfang Dezember kennen dürfte. “Glatte Schienen”. Streut bei denen denn keiner?

Und überhaupt… Warum ist die S-Bahn wieder so voll?

Außerdem is mit dem Handy in der Bahn bloggen ungewohnt… Und irgendwie schwer…

Der Fachberater und ich (II)

Ab und an erwischt auch mich die Angebotsflut.
Plötzlich benötigte ich eine Digitalkamera, die genau in dem Moment in der Werbung großartig als Schäppchen angepriesen wird.
So dachte ich mir “Gehste mal hin, guckste dir das Baby an und hey, Geld hast du gerade auch – ein wenig zumindestens.”

Ich freute mich also wie 1.000 Schnitzel bei der Paarung auf den Feierabend. Die Uhr zeigte kaum diese Zeit an, war ich auch schon an der Stempeluhr und checkte aus.
“He, wo geht’s denn hin?”, wollte Miss Boney an ihrer Zigarette ziehend erfahren.
Grinsend antwortete ich “Digicam kaufen.”
Miss Boney schüttelte verächtlich ausatmend den Kopf. “Die jungen Leute heute… in Ihrem Alter habe ich beim…”
Da ich wusste was nun folgend würde, ging ich einfach winkend.

Später befand ich mich also in der Angebotsüberflut. Überall wuselten Leute herum, die wohl den gleichen Gedanken wie ich hegten. Zwar nicht direkt für die Digitalkamera, aber vielleicht für den angepriesenen Flachbildfernsehen mit integrierter Fritöse, für die abendlichen Pommesstunden zu zweit.

Mit suchendem Blick wanderte ich ein wenig durch den Laden, als sich mir ein Mann in blauem Hemd entgegenstellte. “Wolle Camera kaufen?”, lächelte er mich an und hielt mir das gesuchte Objekt der Begierde hin. “Hier können Sie testen.”
Artig bedankte ich mich und testete fleißig vor mich hin, zumindestens konnte ich das die ersten 30 Sekunden ungestört. Neben mir stellte sich just in diesem Moment ein älterer Herr, der mich im breitesten Schwäbisch fragte “Darf i au mol guggä?”
Ich bin ja nicht so. Da der Gute sich aber ziemlich dämlich hinstellte, musste ich ein wenig in die Knie gehen, damit der Herr auch was von meinem Testerlebnis haben konnte.
So tun, als hätte ich die komplette Ahnung von elektronischen Geräten war meine Spezialität. Also drückte ich hie und da rum und zoomte schließlich.
“Das Motiv scheint’s Ihnen angetan zu haben…”, raunte mir mein Nebenmann irgendwann zu.
Ich hätte die Fragezeichenbox von Mario doubeln können, so groß war das Fragezeichen über meinem Kopf, in meinen Augen und wo Fragezeichen sonst noch platziert werden könnten.
Der Mann räusperte sich. “Sie zoomen auf den Schritt des Verkäufers…”
Etwas langsam wendete ich meinen Blick von dem Mann neben mir auf das Kameradisplay. Er hatte recht. Ich hatte tatsächlich auf den Schritt des ahnungslosen Verkäufers gezoomt, was mir eigentlich total egal war.
“Naja, dann ist das wenigstens einmal in seinem Leben groß rausgekommen”, bemerkte ich trocken, drückte die Kamera dem Mann in die Hand und verschwand.

—-

So, und weil’s so schön ist: ich sollte nu meine Projekte sortieren … ha ha…

Dialoge, die die Welt braucht, Teil 9

Ich: Ich weiß gar nicht was die hat, was ich nicht habe!
Anonym: Doppel-D und ‘ne Webcam.