“Und?”
“Was und?”
“Ja, nein, ich kauf mir lieber Toastbrot?”
“Hey, ich hab da ‘ne super neue Bar entdeckt!”
So ging es schon seit einigen Tagen. Nils, Kays Bruder, übernachtete vorläufig bei uns. Er machte bis jetzt einen ziemlich guten Eindruck und irgendwie mochte ich ihn auch. Sogar sehr, wie mir klar wurde.
Nur leider kam er aus Schwerin, was seine baldige Abreise hervorrief.
Anfänglich hatte er noch gefragt, ob ich nicht lust hätte mit zu kommen, weil ich beiläufig meinte, noch nie dort gewesen zu sein. Jetzt, wo es auf diesen Tag zuging und ich versuchte ernst zu machen, zog er panisch den Schwanz ein.
Seufzend gingen wir in die Bar, die er “neu entdeckt” hatte.
Wir saßen schweigend dort und keiner von uns beiden ergriff so wirklich das Wort. Hatten wir uns anfänglich noch relativ viel zu sagen, mündete es jetzt damit, dass er die Serviette unter seinem Drink und die vollbusige Kellnerin interessanter fand als sich mit mir zu unterhalten – naja, vorhin stand er auch schon auf derartige Damen, aber er zeigte es nicht so offensiv…
Mir zog sich unweigerlich und mit vielen Angstzuständen der Magen zusammen.
“Nils…”,fing ich an.
Er blickte auf und lächelte mich an. “Mh?”
Ich seufzte. “Ach, schon gut…”
In meinem Kopf schwirrte die Frage umher, wie lange ich noch nichts sagen wollte, wie lange ich ihm verschweigen sollte, dass es mich freuen würde, wenn er mir Schwerin zeigen würde. Nur… tja… er machte mir von Tag zu Tag deutlicher, dass er gar nicht (mehr) möchte und ich nur interessant war, als es neu und aufregend war. Ich wurde zur nervigen Gewohnheit, die man schnell mit einem anderen Adrenalinkick wechseln möchte.
So ging der Abend schleppend zu Ende. Wir liefen beide nach Hause, ohne weiter ein Wort zu wechseln.
Während ich eingerollt in meinem Bett lag und darüber nachdachte, ob es ihm egal war, wie es mir dabei ginge, oder ob ich wirklich nur eine Übergangslösung war, solange er hier seine “Heimat” hatte, traf es mich.
Die Gewissheit.
Sei es nur durch eine Art wie man jemanden begegnet, ausweicht, nichts sagt… Ja, sie tut weh.
Und ich mag ihn, kann es nicht abstellen und es wäre sinnlos es zu tun.
Doch ich musste akzeptieren, dass er nicht wollte. Nicht mal mehr mich…
Das Leben geht weiter und weiter, während irgendwo da draußen eine Katze seltsame Laute von sich gibt…







