Archiv der Kategorie Buchtipps

Mängelexemplar

Heute komme ich mir irgendwie wie ein Mängelexemplar vor. Wer das Buch kennt, weiß wovon ich spreche – ansonsten weiß man es eben nicht.

Das ist übrigens ein Kissen auf das “ich” mich lehne – nicht meine Brüste (für Mister P.)

Was soll man machen. Es geht entweder vorbei, oder man lernt darauß.

Bin dann mal futsch für einen Moment oder zwei.

Manche Beiträge brauchen keinen Titel – und Inhalt

Aber wie alles andere auch, haben auch gewisse Dinge einen Anfang…

Ein Anfang

Was? Tja, das ist euch selbst überlassen. Aber wie bereits erwähnt: Sommerloch…

Bis demnächst!

Noch immer ist WM

Und dann fällt einem zufällig ein Buch in die Hand, wo sich folgendes im Kopf abspielt …

Mehr Worte braucht folgendes Buch einfach nicht.

Was gelesen wird

In meinem OneNote befindet sich eine Liste über Literatur, die ich lesen möchte, bis heute aber nicht dazu kam. Ja, ich hab ja auch noch genug zu lesen, was alles ein wenig schleppend ausgelesen wird. Nicht umsonst hab ich für mich persönlich das Jahr 2010 als Jahr der “Putzaktion” betitelt. Das heißt nichts anderes, als etwas auf Sparflamme zu gehen und bei Büchern eins nach dem andren zu lesen bzw. alle, die angefangen wurden erst mal aus. Und die Kunst: Keine neuen zu kaufen!
Kaufen heißt aber nicht, dass ich keine lese, denn Stuttgart (und jede andre Stadt) bietet eine Bücherei, in der man Bücher (derzeit hier 13€ im Jahr) ausleihen kann. Deswegen, und weil ich auch meine Regale etwas schonen möchte, bin ich auch regelmäßiger Gast in der Bücherei, was schon die ein oder andre Skurrilität und Studenten zutage förderten, die auf Büchern eingepennt sind…

Weil ich aber keine Lust habe ständig online nachzusehen ob “mein” Buch verfügbar ist, bestelle ich vor.

Meine Liste ist in der Bücherei nicht lange, aber man soll’s ja auch nicht übertreiben. Heute also wieder eine kleine Liste an erfreulicher Literatur, für den Alltag. Vergisst aber nicht, dass ich die Bücher bisher NICHT gelesen habe…

Sophie Kinsella, Charleston Girl

Sophie Kinsella hat sich mit spritziger, origineller Unterhaltungsliteratur einen Namen gemacht. Ihr neuester Roman ist ein Musterbeispiel einer romantischen Komödie, deren herzerwärmende Frische einen auf der ersten Seite gefangen nimmt und bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt. Im Mittelpunkt steht die junge Londonerin Lara Lington, die gerade, um es vorsichtig zu formulieren, eine schlechte Phase durchmacht: Ihr Freund hat sie vor kurzem verlassen, und im Job läuft es auch alles andere als rund. Während Lara noch darüber sinniert, wie sie ihr Leben wieder auf die Reihe bringen kann, kommt der Impuls dazu von der denkbar unwahrscheinlichsten Seite: Auf der Beerdigung ihrer Großtante Sadie, die im gesegneten Alter von 105 in einem Altersheim gestorben ist, erscheint Lara ebendiese Sadie als Geist – jedoch nicht als greiser Pflegefall, sondern als 23-jähriges Mädchen…

Aus dieser Konstellation schlägt Kinsella die vergnüglichsten, anregendsten Funken: Denn Sadie, die ganz dem Geist der Zwanzigerjahre verhaftet ist, am liebsten Federboas trägt und unwiderstehlich Charleston tanzt, nimmt mit rotzfrecher Dreistigkeit direkt das Zepter in die Hand. Sie kann und will nicht glauben, dass sie schon tot ist, und ist empört, dass sie ohne ihre heißgeliebte Libellenkette ins Jenseits abtreten soll, die ihr 1927 abhanden gekommen ist – da spielt sie nicht mit. Also soll ihre Großnichte ihr helfen, die Kette wiederzufinden – und die nach dem ersten Schreck halb amüsierte, bald aber auch schon ordentlich genervte Lara macht sich gehorsam auf die Suche. Als sich Sadie dann aber auch noch in einen jungen Mann verliebt (weil er sie an Rudolph Valentino erinnert…) und sie Lara ein Date mit ihm aufnötigt, weil sie selbst ja schließlich nicht flirten kann, geraten die Dinge vollends außer Kontrolle.

Manfred Lütz, Irre – Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen – Eine heitere Seelenkunde

Hitlers Taten waren abscheulich. Doch der Diktator war nicht psychisch krank, sondern normal. Statistisch gesehen verüben psychisch Kranke sogar weniger Straftaten als Normale, weiß Psychiater Manfred Lütz aus dem Klinikalltag zu berichten. In seinem Streifzug durch die Spielarten der menschlichen Psyche versucht der Autor, das Wesentliche von Psychiatrie und Psychotherapie darzustellen. Prima, wenn endlich jemand anschaulich erklärt, worüber viele sprechen, aber nur wenige wirklich eine Ahnung haben.

Hauptsächlich dreht es sich um psychische Krankheiten und gängige Therapien. Zunächst führt uns Lütz jedoch vor Augen, wie sehr das Verhalten psychisch Gesunder seltsame Blüten treibt. „Normalos“, die in stumpfer und spießiger Atmosphäre vor sich hindümpeln, bekommen genau so ihr Fett ab wie diejenigen, die Blödsinn professionell erzeugen. Dazu zählt Lütz die Ergüsse von Dieter Bohlen, Paris Hilton oder wilde esoterische Pendeleien.

Zugegeben, das Inhaltsverzeichnis sieht arg nach Seminararbeit aus. Die Stärke des Buches macht aus, dass Lütz viele plastische Beispiele anbietet, um nackte Theorie mit Leben zu füllen. So verstehen Laien besser, was zum Beispiel Depressive von Manikern unterscheidet. Und wenn wir erfahren, wie eine Patientin einmal die Bundeswehr aufmischte, öffnet sich die Pforte zum Reich der netten Anekdote.

Bei der neuen „Volkskrankheit“ Alzheimer konstatiert Lütz: „Wie eine Gesellschaft mit ihren Demenzkranken umgeht, das ist die Nagelprobe für ihre Menschlichkeit.“ Ergo ist die von Lütz angekündigte „heitere Seelekunde“ so lustig nun auch wieder nicht. Tatsächlich fehlt es Lütz nicht am nötigen Ernst, wenn etwa dargelegt wird, wie wenig Wahlfreiheit Süchtige haben, was im Wahnsystem schizophrener Patienten passiert oder wann Psychopharmaka eine befreiende Wirkung entfalten.

Dass wir die Falschen behandeln, wie der Untertitel des Buches reißerisch ankündigt, erweist sich als zu viel des Guten. Auf alle Fälle gilt: „Das mutwillige oder zynische Suchen nach Defiziten bei gesunden Menschen ist menschenunwürdig“, wie der Psychiater und Arzt vor Risiken und Nebenwirkungen der Lektüre warnt. Und während die einen die bisweilen betont locker-flockige Art des Autors weniger mögen, sehen andere darin eine souveräne Haltung voll heiterer Demut. Unter dem Strich lautet deshalb die Diagnose des Kritikers: Prädikat wahnsinnig lesenswert!
Herwig Slezak

David Foster Wallace, Unendlicher Spaß

Vor einem Jahr nahm sich David Foster Wallace, einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Literatur, das Leben. Sechs Jahre lang hat Ulrich Blumenbach an der Übersetzung von Wallaces Opus magnum gearbeitet, dem größten Übersetzungsprojekt in der Geschichte des Verlags. Unendlicher Spaß – so nannte James Incandenza seinen Film, der Menschen, die ihn anschauen, so verhext, dass sie sich nicht mehr von ihm lösen können und dabei verdursten und verhungern. Sein Sohn Hal, ein Tenniswunderkind mit außergewöhnlichen intellektuellen Fähigkeiten, studiert an der Enfield Tennis Academy (ETA), die von seinem Vater gegründet wurde. Hier sowie im nahe gelegenen Ennet-House, einem Entziehungsheim für Drogenabhängige, spielt ein Teil der überbordenden Handlung, die jeden literarischen Kosmos sprengt – in einem leicht in die Zukunft versetzten Amerika, das mit Kanada und Mexiko die Organisation der nordamerikanischen Nationen bildet und von radikalen Separatisten in Kanada bekämpft wird. 1996 erschien Infinite Jest in den USA und machte David Foster Wallace über Nacht zum Superstar der Literaturszene. Nicht allein der schiere Umfang, sondern vor allem die sprachliche Kreativität, die ungeheure Themenvielfalt, die treffsichere Gesellschaftskritik, scharfe Analyse sowie der Humor machen den Roman zum Meilenstein der amerikanischen Literatur. Namhafte Autoren von Dave Eggers bis Jonathan Franzen sehen in diesem Buch ein Vorbild für ihr Schaffen. Ulrich Blumenbach hat sechs Jahre lang an der Übersetzung gearbeitet, und seine kongeniale Übertragung ins Deutsche gibt deutschsprachigen Lesern nun endlich die Möglichkeit, das Buch kennenzulernen.

Christopher Moore, Liebe auf den ersten Biss

Junge Liebe, verfluchtes Glück: Tommy Flood liebt seine neue Freundin, aber Jody ist ein Vampir und hat ihn in einen ewigen Gefährten der Nacht verwandelt. Unsterblichkeit ist zwar cool, und der Sex ist auch nicht zu verachten, doch der unstillbare Hunger nach Blut ist Tommy lästig. Und noch ehe er sich an seinen neuen Appetit gewöhnen kann, wird die junge Liebe bereits bedroht. Der mächtige Vampir Elijah trachtet nach Tommys Unsterblichkeit: Er biss einst Jody voller Leidenschaft in den Hals, nun will er sie um jeden Preis zurückerobern … Die Leser: genial. verrückt. überirdisch. zum Totlachen. Amüsant. gute Laune garantiert. Ein Wunder. Selten so gelacht. Superwitzig. herrlich. Abgefahren. grandios.

Elmore Leonard, Callgirls

Die Callgirls Chloe und Kelly verbringen einen Abend bei dem 85-jährigen Anwalt Tony Paradiso – am Ende des Abends liegen Paradiso und ein Mädchen tot im Wohnzimmer. Aber ist die Tote wirklich Kelly, wie Paradisos rechte Hand, der zwielichtige Montez Taylor, Detective Frank Delsea weismachen will? Frank Delsea braucht seine ganze Erfahrung, um die Hintergründe zu durchleuchten – und um der schönen Zeugin zu widerstehen …

Auch lesen will ich “Schnappt Shorty”, “Killshot” und “Jackie Brown”

Jan Josef Liefers, Soundtrack meiner Kindheit

“Ein ganz persönliches Buch über eine Kindheit in der DDR” “Gegen Abend – die Sonne beging mal wieder Republikflucht und haute in den Westen ab – läuteten die Glocken irgendeiner benachbarten Kirche zeitgleich mit meinem ersten Schrei … Samstag, der 8. August 1964 um 18.00 Uhr wurde als amtliche Geburtsstunde in den Klinikpapieren vermerkt.”
Anhand der Musik, die ihn beeindruckt, begleitet und geprägt hat, blickt Jan Josef Liefers auf seine Kindheit und Jugend zurück. Er stellt nicht nur große Rockbands der DDR und ihre Lieder vor, sondern setzt sie zugleich unmittelbar in Beziehung zu wichtigen Ereignissen in seinem Leben und seiner Karriere. So entsteht der sehr persönliche Einblick in den ganz normalen Alltag eines jungen Menschen im Osten, der sich seine eigenen Gedanken machte und versuchte, seinen Weg zu gehen, ohne sich allzu sehr zu verbiegen. Ein authentisches «DDR-Kind», das später in ganz Deutschland bekannt wurde, erzählt sein Stück deutsche Geschichte – ehrlich, charmant, unterhaltsam und frei von jeglicher “Ostalgie”.

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Sachlich bleiben

“Egal welches Problem du hast, es gibt in den allermeisten Fällen das dazu das passende Lösungs-Buch”

Sachbücher sind schon was feines.
Da mein letzter Pflichtlektüren-Eintrag ausschließlich von Belletristik handelte, dachte ich mir, heute kommen mal einige Sachtitel dran.

Vielleicht ist ja für euch was dabei. :)

Richard David Precht, Wer bin ich und wenn ja wie viele?

Was ist Wahrheit? Woher weiß ich, wer ich bin? Warum soll ich gut sein? Bücher über Philosophie gibt es viele. Doch Richard David Prechts Buch “Wer bin ich?” ist anders als alle anderen Einführungen. Niemand zuvor hat den Leser so kenntnisreich und kompetent und zugleich so spielerisch und elegant an die großen philosophischen Fragen des Lebens herangeführt. Ein einzigartiger Pfad durch die schier unüberschaubare Fülle unseres Wissens über den Menschen. Von der Hirnforschung über die Psychologie zur Philosophie bringt Precht uns dabei auf den allerneusten Stand. Wie ein Puzzle setzt sich das erstaunliche Bild zusammen, das die Wissenschaften heute vom Menschen zeichnen. Eine aufregende Entdeckungsreise zu uns selbst: Klug, humorvoll und unterhaltsam!·
Ich finde das Buch sehr spannend beschrieben. Die Anekdoten, die Precht hie und da anbringt, lockern das Buch ein wenig auf und bringen einem die Thematik doch recht nahe.

Dr. Eckart von Hirschhausen, Glück kommt selten allein

Eines der Sachbücher, die ich in weniger als einer Woche ausgelesen habe (ich brauch normalerweise länger) und es sofort nochmals lesen wollte.
Glück kommt selten allein ist und soll keiner dieser Glücksratgeber sein, die einem sagen, was man zu tun hat und dass man besser dran wäre, man kaufe sich jetzt einen Käsekuchen und dann sähe die Welt schon beser aus. Oder dass man sein Glück im Universum ordern soll. Ganz im Gegenteil appelliert Dr. von Hirschhausen einfach glücklich zu sein. Kleinigkeit helfen schon dabei, wie zum Beispiel seine freie Zeit öfter unter freien Himmel zu verbringen, Sport zu machen, oder dass man Glück teilt – geteiltes Glück ist schließlich doppeltes Glück.
Zwar kommen einem in diesem Buch manche Stellen aus seinem Programm schon bekannt vor, oder aus vohergegangenen Büchern (“Die Leber wächst mit ihren Aufgaben”), aber für mich war das kein k.o.-Kriterium. Ganz im Gegenteil, kam es einem wieder vertraut vor.
Am besten gefällt mir immernoch die Geschichte mit dem Pinguin. Dieser Pinguin ist darin auch als Daumenkino zu finden.
Nebenbei bemerkt: Bald kommt sein neues Programm. :)

Dan Ariely, Denken hilft zwar, nützt aber nichts

Wir Menschen denken sehr Rational. Und das hält uns Ariely in diesem Buch spielerisch gekonnt vor, ohne dabei langweilig zu wirken. Aus seinen Studien, die er an Studenten und an Nicht-Studenten durchführte wird hier erzählt und was der Grund dafür ist, was das Ziel seiner Studie war. Warum wir eben handeln wie wir es tun und was es für uns bedeutet. Vor allem, warum wir zu Sonderangeboten greifen, obwohl es gar keine sind. Marketingleute profitieren wirklich von diesem Wissen, das muss man sagen.
Sehr interessant fand ich den Punkt mit den Weinproben, bei dem Weinkenner durchfielen. Lest es einfach selbst durch.
Wer weiß, vielleicht ist man nach der Lektüre schlauer und handelt anders, versprechen kann man das aber nicht.

Vince Ebert, Denken Sie selbst, sonst tun es andere für Sie

Auch durch sein Kabarettprogramm berühmt, ist er der Comedy-Physiker in Deutschland.
Ebert erklärt hier, dass es so gesehen gar keine Klimakatastrophe gibt, dass bei verliebten Menschen die gleichen Hirnregionen aktiv sind, wie bei Drogenabhängigen, oder warum Intelligent handeln auch nicht immer die beste Lösung aller Probleme ist.
Es wird dafür appelliert, dass man doch mal über den Tellerrand hinausblicken sollte und nicht alles, was einem serviert wird, sofort glauben soll. Denn nicht alles was irgendwelche uminösen amerikanische Forscher herausfanden ist auch qualitativ wirklich wertvoll.
Deswegen auch: findet es selbst raus, sonst tun es andere und es bringt einem selbst eher mäßig was.

Christoph Dösser, Der Mathematikverführer: Zahlenspiele für alle Lebenslage

Zugegeben, ich und Mathe sind nicht gerade die besten Freunde, die man sich auf diesem Planeten vorstellen kann. Doch Feinde soll man schließlich zu seinen Freunden machen. Was kann dabei also helfen, außer sich von Mathematik-Studenten das Fach näher bringen zu lassen?
Bei der Lösung meiner Frage stieß ich schließlich auf Christoph Dösser. Zwar wird hier nicht erklärt, wie man eine Integralrechnung vornimmt, dafür u.a. wie weit man von deiner Dame wegstehen muss bzw. hinter hier laufen muss, um ihre Beine im kompletten Blick zu haben, Winkel und Entfernung eben. Oder wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine DNA Probe auf mehrere Menschen zutrifft. Erinnert ein wenig an Numb3rs. Trotzdem: Sehr unterhaltsam.
Nicht nur für Mathefreaks, sondern auch für Feinde der Mathematik wie mich, die dennoch über über Witze wie “Ich muss mal 3,141 3,141…” lachen können. Natürlich sind darin Aufgaben, die man nicht sofort versteht. Es wird aber sehr anschaulich erklärt. Und man muss nicht eine Prüfung darüber schreiben… (puh)